ETH-Zürich-Studie verknüpft Asteroid Bennu mit Ryugu und CI-Meteoriten
Vollständige Quellenangabe
File:NASA Science Calendar 2021.pdf / NASA This image was created with Adobe InDesign . / https://eospso.nasa.gov/https%3A/eospso.gsfc.nasa.gov/publications/2021-nasa-science-calendar ( direct link ) / Wikimedia Commons / Public Domain / https://commons.wikimedia.org/wiki/File:NASA_Science_Calendar_2021.pdfQuellseiteIsotopenmessungen an Material des Asteroiden Bennu deuten auf eine chemische Verwandtschaft mit dem Asteroiden Ryugu und einer seltenen Gruppe primitiver Meteoriten hin. Die in Science Advances veröffentlichte Arbeit legt nahe, dass Bennu dort Gestalt annahm, wo sich Material aus dem inneren und dem äußeren Sonnensystem vermischte, wobei Jupiter überraschend mitwirkte.
Proben gelangen in ein Labor der ETH Zürich
Die NASA-Mission OSIRIS-REx flog zu Bennu, sammelte Material von dessen Oberfläche und brachte die Proben 2023 zur Erde. Eine Kapsel mit rund 120 Gramm landete am 23. September jenes Jahres in der Wüste von Utah. Danach erhielten Forschende weltweit kleine Anteile der Fracht für genaue Untersuchungen.
Maria Schönbächler, Professorin für Isotopengeochemie an der ETH Zürich, bekam für ihr Labor ein halbes Gramm Bennu-Material. Ihr Team machte sich umgehend daran, die Proben nach Spuren der Vergangenheit des Asteroiden abzusuchen.
Isotope verbinden Bennu mit Ryugu und CI-Meteoriten
Die Forschenden der ETH Zürich maßen Isotope von Eisen, Titan und Chrom. Isotope sind Varianten eines Elements, die sich in der Neutronenzahl und damit in der Masse unterscheiden. Ihre Anteilsverhältnisse können zeigen, woher die Bausteine eines Körpers stammen und mitunter, wann sie sich zusammenfanden.
Die Messungen ergaben, dass Eisen und Titan nahezu gleichmäßig in Bennus Material verteilt sind. Zudem offenbarten sie eine enge chemische Bindung zwischen Bennu, Ryugu und einer seltenen Familie primitiver Meteoriten, den CI-Meteoriten. Diese kohlenstoffreichen Bruchstücke des frühen Sonnensystems haben sich über Milliarden Jahre kaum verändert und sind unter den auf der Erde gefundenen Meteoriten außergewöhnlich selten. Alle drei tragen auffallend ähnliche isotopische Signaturen, was auf einen gemeinsamen Vorrat uralten kosmischen Staubs als Quelle hindeutet.
Ein revidiertes Bild von Bennus Entstehungsort
Die Befunde stellen frühere Theorien zu Bennus Herkunft infrage. Den berichteten Ergebnissen zufolge half Jupiter, das Material zu formen, aus dem Bennu und andere uralte Objekte bestanden, und der Asteroid scheint dort entstanden zu sein, wo sich Materie aus dem inneren und dem äußeren Sonnensystem mischte.
Bennu umkreist die Sonne etwa alle 1,2 Jahre und kommt rund alle sechs Jahre relativ nah an die Erde heran, auf etwa 300.000 Kilometer. Diese Nähe macht ihn für detaillierte Untersuchungen gut geeignet.
Offene Fragen
- Welche Prozesse brachten Material aus verschiedenen Regionen des frühen Sonnensystems in Bennus Ausgangsreservoir?
- Werden unabhängige Labore die vom Team der ETH Zürich berichteten Isotopenmuster reproduzieren?