EU gibt Übernahme des MediaMarkt-Mutterkonzerns Ceconomy durch JD.com unter Auflagen frei
Die europäischen Wettbewerbsbehörden haben die geplante Übernahme von Ceconomy, dem Unternehmen hinter MediaMarkt, durch den chinesischen E-Commerce-Konzern JD.com unter Auflagen freigegeben. Laut Notebookcheck hat das Vorhaben damit in Europa seine letzte behördliche Hürde genommen.
Freigabe hängt an verbindlichen Zusagen
Die Kommission gab die Transaktion frei, nachdem sich die Beteiligten zu verbindlichen Abhilfemaßnahmen verpflichtet hatten, obwohl die diplomatischen Beziehungen rund um die Prüfung angespannt waren. Der Entscheidung ging eine detaillierte kartellrechtliche Untersuchung voraus, bei der geprüft wird, ob ein Unternehmen seine Größe nutzt, um Mitbewerber vom Markt zu drängen.
Vor der endgültigen Zustimmung hatten bereits nationale Prüfungen ausländischer Direktinvestitionen in mehreren europäischen Ländern stattgefunden.
Prüfung der Unterstützung aus Peking
Die europäischen Wettbewerbsbehörden gingen möglichen staatlichen Subventionen, Vorzugsfinanzierungen und Steueranreizen nach, die Peking JD.com gewährt haben könnte. Um marktverzerrende Quersubventionierungen zu verhindern, müssen JD.com und Ceconomy zehn Jahre lang alle konzerninternen Geschäfte und Finanzierungen zu marktüblichen Konditionen abwickeln.
Filialen laufen unverändert weiter
Das Tagesgeschäft bei MediaMarkt und Saturn bleibt unverändert.
Streit mit Peking über die Prüfung
Die Prüfung hinterließ auch offene Meinungsverschiedenheiten. Im August 2026 wies das chinesische Justizministerium die weitreichenden Datenanfragen aus Brüssel scharf zurück und warf der EU unfaire Maßstäbe vor. Inländischen Stellen untersagte es, europäische Ermittler zu unterstützen, und kündigte Gegenmaßnahmen an.
Offene Fragen
- Wird die zehnjährige Pflicht zu marktüblichen Finanzierungen in der Praxis durchgesetzt?
- Setzt China die angedrohten Gegenmaßnahmen gegen europäische Unternehmen tatsächlich um?