WORLDTECH NEWS Globale Technologie-Nachrichten.Kontakt
KI EINZELNE QUELLE

Schwedische Regierungsbehörden sperren ChatGPT und Claude, behalten aber Microsoft Copilot

A sleek laptop on a desk in a bright and modern office setting.
Symbolbild.Photo by AS Photography on Pexels

Die schwedischen Regierungsbehörden, die den Ministerpräsidenten und das Kabinett administrativ unterstützen, wollen den Zugang zu ChatGPT und Claude auf Dienstrechnern ab Montag unterbinden. Die Beschäftigten sollen stattdessen Microsoft Copilot nutzen, das als einziges KI-Produkt die Sicherheitsbewertung der Behörde bestanden hat, wie Decrypt unter Berufung auf Sveriges Radio berichtet.

Copilot nach eigener Prüfung freigegeben

Laut Bericht begründet die Regierung die Maßnahmen mit Bedenken hinsichtlich der Informationssicherheit. Copilot darf bleiben, weil die Regierungsbehörden das Werkzeug geprüft und danach ihre Sicherheitseinstellungen verschärft haben. Einen vergleichbaren Schritt gab es bei ChatGPT und Claude nicht.

Einige Beschäftigte werden weiterhin über eine intern entwickelte KI-Plattform der Regierungsbehörden auf beide gesperrten Werkzeuge zugreifen können. Die Pressestelle hat nicht mitgeteilt, wie viele Personen davon betroffen sind und welche Einschränkungen für sie gelten.

Andere schwedische Behörden beschränken KI bereits

Die Steuerbehörde und die Nationale Behörde für institutionelle Betreuung haben bereits vergleichbare Sperren eingeführt. Die Vollstreckungsbehörde, die für Schuldeintreibung zuständig ist und gerichtliche Entscheidungen durchsetzt, will in Kürze eine eigene Entscheidung bekanntgeben.

Unabhängig davon ergab eine interne Prüfung bei der Verkehrsbehörde, dass dort rund 10 KI-Dienste in weitverbreiteter und riskanter Weise genutzt werden.

Warum die Art des Vertrags entscheidend ist

Nach dem Bericht leiten Verbraucher-KI-Werkzeuge ohne formelle Vereinbarungen Nutzeranfragen an Server externer Unternehmen weiter, und das US-Recht erlaubt es Behörden, diese Unternehmen zur Herausgabe von Daten auf Anfrage zu verpflichten. Eine formelle Sicherheitsvereinbarung legt mindestens fest, was der Anbieter mit den Eingaben der Regierungsbeschäftigten tun darf und was nicht. Deshalb ist der Unterschied zwischen einem geprüften Unternehmensvertrag und einem offenen Verbraucherprodukt für die Entscheidung zentral.

Die europäische Sorge um die Datensicherheit bei KI wächst seit Italiens vorübergehendem ChatGPT-Verbot im Jahr 2023. Der Bericht legt nahe, dass Schweden eine engere Linie zieht als Brüssel. Zugleich merkt er an, dass Microsoft Anfang 2026 Claude-Modelle in Copilot integriert hat, was die Vorstellung erschwert, Claude sei vollständig ausgeschlossen.

Offene Fragen

  • Wie viele Beschäftigte können über die interne Plattform weiterhin auf ChatGPT und Claude zugreifen, und unter welchen Einschränkungen?
  • Übernimmt die Vollstreckungsbehörde dieselben Beschränkungen wie die übrigen Behörden?

Wichtige Fakten

  • Ab Montag sperren die Regierungsbehörden ChatGPT und Claude auf den Dienstcomputern.
  • Microsoft Copilot ist das einzige KI-Werkzeug, das die Sicherheitsprüfung der Behörde bestanden hat.
  • Die Regierungsbehörden haben die Sicherheitseinstellungen von Copilot nach der Prüfung verschärft.
  • Die Steuerbehörde und die Nationale Behörde für institutionelle Betreuung haben bereits ähnliche Sperren verhängt.
  • Eine interne Prüfung bei der Verkehrsbehörde ergab, dass dort rund 10 KI-Dienste in weitverbreiteter und riskanter Weise genutzt werden.

Quellen & Belege