Microsoft-Kommunikationschef Frank Shaw verlässt das Unternehmen zum Jahresende

Frank Shaw, der langjährige Kommunikationschef von Microsoft, scheidet zum Jahresende aus dem Unternehmen aus. In einer Folge des GeekWire Podcasts blickt er auf fast drei Jahrzehnte zurück, in denen er das öffentliche Bild des Softwareunternehmens geprägt hat. GeekWire, das das Gespräch veröffentlicht hat, nennt es ein Abschlussinterview.
Lange Amtszeit unter drei Vorstandschefs
Laut GeekWire hat Shaw im Laufe seiner Jahre bei Microsoft für alle drei Vorstandschefs des Konzerns gearbeitet und dabei viele der wichtigsten öffentlichen Themen betreut, von Kartellfragen, also dem Recht, das es einem Unternehmen untersagt, seine Größe zu nutzen, um Wettbewerber auszuschließen, bis hin zur künstlichen Intelligenz.
Im Gespräch spricht Shaw über seine Arbeit für Bill Gates, Steve Ballmer und Satya Nadella. Die Intensität sei das, was alle drei verbinde, nur äußere sie sich unterschiedlich. Ballmer sei von den dreien am schwersten öffentlich zu erklären gewesen, da das Bild des lauten Verkäufers einen nachdenklichen, detailverliebten Führungsmann verdeckt habe, der diese laute öffentliche Rolle auch deshalb übernommen habe, weil die Vertriebsmannschaft sie brauchte.
Lehren aus Entscheidungen und Widerspruch
Shaw erläutert, dass große Entscheidungen erst im Rückblick offensichtlich wirken. Als Beispiel nennt er die Wahl Nadellas zum Vorstandschef durch den Verwaltungsrat. Heute gelte sie als selbstverständlich, damals sei jedoch viel debattiert worden, es habe andere Kandidaten gegeben und die Entscheidung sei schwer und vielschichtig gewesen.
Außerdem berichtet er von einem Fehler, den er nach eigenem Bekunden heute anders angehen würde. Mit Blick auf das Kin-Telefon sagt er, er habe geglaubt, dass es scheitern werde: Es sei spät auf den Markt gekommen und hätte wegen eines nötigen Datentarifs mehr gekostet, als viele erwartet hätten. Ingenieure, mit denen er sprach, teilten diese Zweifel. Als Ballmer jedoch in der Runde fragte, ob man das Gerät auf den Markt bringen solle, schwieg Shaw, weil er nicht sicher war, ob ein Kommunikationsverantwortlicher dabei mitreden dürfe. Heute meint er, eine Kommunikationsleitung solle sich zu Wort melden, wenn eine Entscheidung der Marke schaden könnte.
Journalisten, KI-Zeitalter und Vertrauen
Das Interview behandelt außerdem Shaws Umgang mit bekannten Technologiejournalisten hinter den Kulissen, darunter der Einwand eines Managers gegen ein einzelnes Wort und ein hitziger Streit, der seine Sicht auf seine Aufgabe veränderte. Er denkt darüber nach, wie sich Kommunikation und Medien im Zeitalter der KI wandeln, und argumentiert, dass Vertrauen weiterhin davon abhänge, ob man der Person glaube, die eine Geschichte erzähle.
Die Folge erschien am 24. Oktober 2026. GeekWire ist die einzige Quelle für diese Schilderungen; die Aussagen, die Shaw zugeschrieben werden, sind seine eigenen Erinnerungen, wie das Medium sie wiedergibt.
Offene Fragen
- Wer wird Shaw im Kommunikationsbereich von Microsoft nachfolgen?
- Was plant Shaw, nachdem er das Unternehmen zum Jahresende verlassen hat?