TikTok-Beschäftigte warnten vor Kindesausbeutung, zeigen Gerichtsunterlagen
Aussagen in laufenden Klageverfahren gegen TikTok deuten darauf hin, dass Beschäftigte die Konzernführung mehrfach auf gravierende Mängel beim Kinderschutz hingewiesen haben, darunter sexuelle Ausbeutung von Kindern. Die Unterlagen erhöhen den Druck auf eine Plattform, die sich bereits mit Hunderten Rechtsansprüchen wegen ihrer Sicherheitsbilanz auseinandersetzen muss.
Was die Aussagen belegen
Laut Aussagen, die NPR wiedergibt und Engadget aufgreift, haben mehrere TikTok-Beschäftigte wiederholt auf schwerwiegende Schwächen beim Umgang des Unternehmens mit dem Kinderschutz hingewiesen, einschließlich sexueller Ausbeutung von Kindern. Nach dieser Darstellung waren sie über die Reaktion des Konzerns frustriert.
Laut Aussagen von Mitarbeitern wurden TikTok-Führungskräfte darüber informiert, dass Teenager regelmäßig in Livestreams der App auftauchten. Das weckte Befürchtungen vor Grooming und Ausbeutung.
Livestreams und bezahlte Geschenke
Engadget berichtet, dass ein Mitarbeiter aus dem Sicherheitsbereich erklärte, das Unternehmen habe von solchen Inhalten gewusst, nachdem Forbes 2022 über Teenager berichtet hatte, die sich in TikTok-Live-Übertragungen auszogen, während Zuschauer In-App-Geschenke kaufen konnten.
Laut derselben Berichterstattung wiesen weitere Beschäftigte zudem auf Mängel bei den elterlichen Kontrollmöglichkeiten und bei den altersabhängigen Sicherheitsfunktionen hin.
Rechtlicher Hintergrund
TikTok ist Ziel von Hunderten Klagen, unter anderem wegen des Kinderschutzes und weiterer Vorwürfe. Das Unternehmen hat einige dieser Verfahren beigelegt, darunter Ansprüche, die App sei auf Suchtwirkung angelegt.
Die Unterlagen stammen aus diesen laufenden Verfahren. ByteDance, das in Peking ansässige Internetunternehmen, zu dessen Produkten TikTok gehört, ist die Muttergesellschaft der Plattform.
Offene Fragen
- Wie reagierte die TikTok-Führung auf die in den Aussagen geschilderten Warnungen?
- Werden die bemängelten Schwächen bei elterlichen Kontrollen und altersabhängigen Funktionen behoben?