ESA-Sonde Hera trennt Didymos-Paar erstmals in zwei Asteroiden
Erstmals hat die Raumsonde Hera der Europäischen Weltraumorganisation ihre beiden Zielasteroiden als getrennte Objekte aufgelöst und damit den Doppelcharakter des Didymos-Systems aus rund 197 Millionen km Entfernung sichtbar gemacht. Die Behörde wertet das Bild als Meilenstein für eine Mission, die dem planetaren Schutz dient.
Erster getrennter Blick auf das Paar
Hera nahm Didymos und seinen Begleiter Dimorphos am Abend des Freitags, 18. Oktober, mit ihrer monochromatischen Asteroid Framing Camera aus 1280 km Entfernung auf. Auf dieser Aufnahme hebt sich der kleinere Dimorphos erstmals als eigenes Objekt ab. Zuvor hatte die Sonde das Didymos-System nur als einen einzigen Lichtpunkt erfasst.
Dimorphos belegt im ersten Bild lediglich einen Pixel, ist aber deutlich von seinem größeren Mutterkörper getrennt, wie die Agentur Michael Kueppers zitiert.
Bremsmanöver gingen voraus
Der Aufnahme waren Mitte Oktober erfolgreiche Bremsmanöver vorausgegangen. Zwei Triebwerkszündungen im Abstand von einer Woche verringerten die Geschwindigkeit der Sonde gegenüber ihren beiden Zielen auf 20 m/s, sodass sie sich in fein abgestimmten Schritten annähern konnte.
Größe und Umlauf des Didymos-Systems
Dimorphos misst 151 m im Durchmesser und entspricht damit ungefähr der Höhe der Cheops-Pyramide, während der 780 m große Didymos etwas kleiner ist als Dubais Burj Khalifa. Die beiden Körper umkreisen einander im Mittel in 1,15 km Abstand, wobei Dimorphos seinen Mutterkörper mit rund 18 cm/s umrundet.
Das Quellenmaterial erinnert zudem an einen früheren Vorfall im System: Ein Zusammenstoß schleuderte eine Trümmerwolke über 10 000 km Raum und verkürzte die Umlaufzeit des Asteroiden um rund 33 Minuten.
Offene Fragen
- Wie viel von der Oberfläche Dimorphos' wird Hera auflösen können, wenn sich die Sonde weiter nähert?