AMD bereitet offiziellen Ryzen-Overclocking-Treiber für den Linux-Kernel vor

AMD hat Linux-Kernel-Patches für einen offiziellen Treiber eingereicht, der das Anpassen von Ryzen-CPU-Parametern auf Linux-basierten Systemen vereinfachen soll. Das berichtet Notebookcheck.
Was der frühe Treiber verändern kann
Der neue AMD Overclocking Driver, kurz AOD, befindet sich noch in einem frühen Stadium und bietet vorerst nur einen schmalen Funktionsumfang. In der ersten Version lassen sich Package Power Tracking, Thermal Design Current und Electrical Design Current über die sysfs-Schnittstelle des Kernels anpassen. Zudem kann der Treiber die unterstützten Einstellbereiche und die aktuell genutzten Speichertaktraten auslesen.
Darüber hinaus lässt sich Simultaneous Multithreading über die Systemfirmware ein- und ausschalten. Linux bietet bereits die Option nosmt, die dem Betriebssystem jedoch nur untersagt, zusätzliche CPU-Threads zu nutzen, während diese Steuerung die Einstellung auf Firmware-Ebene ändert.
Rolle des Entwicklers
Der AMD-Ingenieur Shyam Sundar S K hat den Treiber entwickelt, der als Vermittler zwischen Linux und der Firmware des Prozessors dient. Diese Verbindung könnte später die Grundlage für umfangreichere Abstimmungswerkzeuge bilden.
Grenzen und Status der Patches
Änderungen an den drei Leistungs- und Stromparametern wirken erst nach einem Neustart des Systems, und der Treiber legt nur einen kleinen Teil der von der AMD-Firmware unterstützten Optionen offen. Er ersetzt deshalb Ryzen Master, das Overclocking-Dienstprogramm von AMD für Windows, noch nicht.
Die Patches werden derzeit geprüft, ihre Aufnahme in eine reguläre Linux-Kernel-Version ist nicht bestätigt. AMD hat nicht angekündigt, sein Overclocking-Dienstprogramm auf Linux zu bringen.
Offene Fragen
- Wird der AMD Overclocking Driver in eine reguläre Linux-Kernel-Version aufgenommen?
- Wird AMD den Treiber auf weitere Abstimmungsoptionen der Firmware ausweiten?