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Chips & Hardware EINZELNE QUELLE

Modder knackt Xbox 360 mit Raspberry Pi Pico für rund 4 Dollar und beendet neun Jahre Arbeit

Black gaming controllers arranged on a light background with ample copy space.
Symbolbild.Photo by https://kaboompics.com/ on Pexels

Ein Modder hat nach neun Jahren Arbeit die Xbox 360 mit einem Raspberry Pi Pico geöffnet, der nur etwa 4 Dollar kostet, wie Tom's Hardware berichtet. Die Methode baut auf einem CPU-Reset-Exploit aus dem Jahr 2011 auf, der früher spezialisierte Hardware voraussetzte.

Günstiger Mikrocontroller ersetzt Spezialhardware

Der Exploit von 2011 benötigte dedizierte Geräte und einen Voltage-Glitch-Chip. Laut dem Bericht lässt sich dieselbe Technik heute mit einem Raspberry Pi Pico umsetzen, einem kleinen Mikrocontroller auf einer Platine im Stick-Format, dessen Preis bei etwa 4 Dollar beginnt, also rund 5€ oder £5.

Tom's Hardware schreibt, der Modder habe den Pico zunächst an den NAND-Schnittstellenstecker der Konsole angeschlossen, um die NAND-Flash-Firmware auszulesen. Das sei mit etwas Verkabelung und dem Programm PicoFlasher unkompliziert gewesen.

So funktioniert der Glitch

Der Exploit schickt ein sehr kurzes Signal direkt in den Reset-Pin der CPU. Der Bericht nennt als Ergebnis, dass die CPU den aktuellen Befehl falsch ausführt, statt wie ein Reset zu reagieren. Damit lässt sich beliebiger Code auf dem Prozessor ausführen und der kryptografische Schutz der Konsole umgehen.

Der Glitch verlangt Timing im Nanosekundenbereich, und Glitch-Chips brauchen unter Umständen mehrere Anläufe, bis der Fehler einrastet.

Die Vorgeschichte der Versuche

Die Xbox 360 wurde seit ihrem Erscheinen mehrfach geöffnet. Laut dem Bericht begann die Geschichte 2006 mit modifizierter DVD-Firmware, gefolgt von einem Hypervisor-Hack 2007 und einer Verkabelungsmethode, die 2009 JTAG-Debugging-Ports freilegte. Updates von Microsoft schlossen die Lücken meist wieder.

Der CPU-Reset-Exploit von 2011 hielt länger als diese früheren Methoden. Der schottische Hacker Joshua Kennedy kaufte 2017 ein Matrix Coolrunner Rev D Modchip-Board, um den Glitch auszuprobieren, doch der Aufbau erforderte Löten, NAND-Arbeiten, Programmer und Geduld. Später versuchte er, einen eigenen Programmer über den Parallelport eines alten PCs zu bauen, brachte das Projekt aber nicht zum Abschluss.

Offene Fragen

  • Wird Microsoft ein Update herausgeben, das die Schwachstelle am Reset-Pin schließt?
  • Wie viele Versuche braucht der Glitch mit einem Pico-Aufbau typischerweise bis zum Erfolg?

Wichtige Fakten

  • Der Reset-Exploit aus dem Jahr 2011 lässt sich jetzt mit einem Raspberry Pi Pico durchführen, der rund 4 Dollar kostet (etwa 5€ oder £5).
  • Der Exploit schickt ein sehr kurzes Signal in den Reset-Pin der CPU, wodurch die CPU den aktuellen Befehl falsch ausführt.
  • Ein erfolgreicher Hack erfordert Timing im Nanosekundenbereich, und Glitch-Chips benötigen unter Umständen mehrere Versuche, bis der Fehler einrastet.

Quellen & Belege