Google veröffentlicht Elephant-Goldfish-Plugin als Open Source für Coding-Agenten mit Spezifikationspflicht

Google hat sein Elephant-Goldfish-Model-Plugin (EGM) als Open Source verfügbar gemacht, eine Schicht, die KI-Coding-Agenten dazu bringt, eine schriftliche Spezifikation zu entwerfen und zu prüfen, bevor überhaupt Code entsteht. Laut MarkTechPost sollen falsche Annahmen so in einer Markdown-Datei auffallen und nicht erst in einem Pull Request.
So arbeitet das Plugin
Unter dem Plugin erstellt ein Coding-Agent die Spezifikation vor jeder Umsetzung. Frische Subagenten ohne früheren Gesprächsverlauf nehmen diesen Entwurf anschließend unter die Lupe, sodass die Prüfung nicht vom Kontext gefärbt ist, der ihn erzeugt hat. Grundlage sind ein Elefant, eine lang laufende Sitzung, die Projektkontext und frühere Entscheidungen hält, sowie Goldfisch-Reviewer, die nur das ihnen vorgelegte Dokument sehen.
Der Elefant schreibt die Spezifikation, aber keinen Code, und liest nur den Entwurf und die Dateien, auf die er verweist. Menschen klären Zielkonflikte und genehmigen das Design.
Befehle und Prüfstufen
Die Kernschleife läuft über drei Befehle. Ein Brainstorming-Befehl schärft eine Idee und startet danach einen Goldfisch-Schwarm aus sechs Perspektiven: YAGNI, Token-Kosten, UX, Migration, Observability und technische Schulden. Ein Entwurfsbefehl baut ein Designdokument unter docs/designs/ abschnittsweise auf, ein späterer Drift-Report-Befehl gleicht den Code mit der Spezifikation ab.
Die Prüffunktion durchläuft fünf Stufen in fester Reihenfolge: einen ersten Überblick über das gesamte Dokument, einen Verständnistest, bei dem ein Goldfisch das Design wiedergibt, eine kritische Prüfung durch Design-, Struktur- und Stilprüfer, einen zwischenzeitlichen Überblick, der die Architektur nach Korrekturen erneut betrachtet, und eine Umsetzungsreife-Prüfung von Dateipfaden, Datenstrukturen und Signaturen. Jede Stufe erlaubt höchstens eine erneute Prüfung.
Kompatibilität und bekannte Probleme
Das Plugin funktioniert in jeder Umgebung, die frische Subagenten starten kann. Die Quelle nennt Antigravity, Claude Code ab Version 2.1.271, Claude Cowork, Codex und ChatGPT. Es liefert keine Modellgewichte, das Sprachmodell stammt vom eigenen Agenten des Nutzers.
Die Quelle verzeichnet zwei Probleme. Ein End-to-End-Lauf auf Claude Cowork brach nach den Stufen fünf bis sieben wegen eines Nutzungslimits ab, und Issue #237 meldet, dass AGENTS.md in die Codex-Reviewer durchsickert. Außerdem warnt die Quelle vor hohem Token-Verbrauch und einer auf manchen Hosts nicht verifizierten Isolation.
Herkunft und Status
Die Methode stammt aus einem Essay über Elefanten und Goldfische von Dave Rensin. Der Google-Open-Source-Blog stellt sie als Mittel gegen minderwertige KI-Ausgaben dar, die er Slop nennt, und gegen den Zerfall des Sitzungskontexts. Die README stellt klar, dass EGM kein offiziell unterstütztes Google-Produkt ist. Laut Quelle sagt Google, tausende seiner Ingenieure nutzten es; als Beleg dienen Nutzung und End-to-End-Testläufe.
Offene Fragen
- Wird das in Issue #237 gemeldete Durchsickern von AGENTS.md in die Codex-Reviewer behoben?
- Wie gut sind die Subagenten-Prüfungen auf Hosts isoliert, deren Isolation nicht verifiziert wurde?