Eingefrorene Bitcoin-Beute des Binance-Hackers zieht Bettelnachrichten an
Wallets, die mit dem Hack der Kryptobörse Binance mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten in Verbindung stehen, sind zu einer öffentlichen Pinnwand geworden. Fremde schicken dem Hacker Bitcoin-Beträge von jeweils weniger als einem Dollar, versehen mit Nachrichten, und einige davon verlangen einen Anteil an der Beute.
Wie die Coins nach dem Diebstahl wanderten
Laut dem Bericht leerten Angreifer am 29. Oktober 2026 Hot Wallets von Binance um rund 6,3 Milliarden US-Dollar in digitalen Vermögenswerten über mehrere Blockchains. Der Bitcoin-Anteil verließ eine Hot Wallet über 11 Transaktionen, alle bestätigt in Block 973.732, und wurde danach auf 19 Adressen verteilt.
Bis Anfang des 30. Oktober hatte keine dieser 19 Wallets eine weitere Transaktion ausgeführt, heißt es in dem Bericht.
Zuordnung und Reaktion von Binance
Die Blockchain-Analysefirmen TRM Labs und Chainalysis halten zusammen mit einer Erklärung des FBI eine Urheberschaft der nordkoreanischen Hackergruppe TraderTraitor für sehr wahrscheinlich; das FBI hat den Diebstahl dieser Gruppe zugeordnet.
Binance will auf seinen Secure Asset Fund for Users (SAFU) und Unternehmensreserven zurückgreifen, um Kundenverluste zu decken. Zudem hat die Börse alle Auszahlungen gestoppt, während sie den Einbruch untersucht und die Plattform absichert. Rund 3 Milliarden US-Dollar der mit dem Einbruch verbundenen Vermögenswerte wurden mit Hilfe der Strafverfolgungsbehörden eingefroren.
Nachrichten zu Kleinstzahlungen
Fremde schicken dem Hacker Bitcoin-Zahlungen von jeweils weniger als einem Dollar, in die kurze Nachrichten über OP_RETURN eingebettet sind, eine Bitcoin-Funktion, mit der ein Absender bis zu 80 Byte Daten an eine Transaktion anhängen kann. Sobald ein Block eine solche Nachricht bestätigt, bleibt sie dauerhaft in der Blockchain.
Ironischerweise muss jeder Absender zahlen, um eine Nachricht zu hinterlassen: Wer den Hacker um Bitcoin bittet, schickt ihm also technisch gesehen zuerst selbst Bitcoin. Einige der Nachrichten bitten um einen Anteil an der Beute.
Warum die gestohlenen Coins unerreichbar bleiben
Der Fall zeigt, wie ungleich die Rückholung über verschiedene Blockchains verläuft. Von Emittenten kontrollierte Token können von den dahinterstehenden Plattformen eingeschränkt werden, während die 18.270 BTC in den Wallets zwar vollständig sichtbar, aber außer Reichweite sind. Jeder kann die 19 Adressen in Echtzeit beobachten, und so haben die Fremden sie gefunden.
Offene Fragen
- Werden die rund 3 Milliarden US-Dollar, die mit den Strafverfolgungsbehörden eingefroren wurden, an Kunden oder Behörden zurückgegeben?
- Wann nimmt Binance die Auszahlungen wieder auf?