WORLDTECH NEWS Globale Technologie-Nachrichten.Kontakt
Weltraum & Wissenschaft UNABHÄNGIGE BERICHTE

Wiener Startup Tumbleweed sammelt 6,9 Mio. Euro für Wiedereintrittskapsel Oasis Beta

The iconic Vehicle Assembly Building at NASA's Kennedy Space Center, Florida.
Symbolbild.Photo by Lando Dong on Pexels

Das Wiener Startup Tumbleweed hat eine Seed-Finanzierung über 6,9 Mio. Euro (7,7 Mio. US-Dollar) abgeschlossen, um Oasis Beta zu entwickeln, ein Forschungsfahrzeug im Orbit, das in die Erdatmosphäre zurückkehren kann. Das Unternehmen nennt 2028 als Startzeitpunkt für die Missionen.

Finanzierungsrunde unter Führung von Pact VC

Pact VC führte die Runde an, weitere Beteiligte sind Vanagon Ventures, der frühe Geldgeber Prototype Capital, EWOR sowie eine Gruppe von Business Angels, darunter SES-Mitgründerin Candace Johnson. Tumbleweed bezeichnet die Runde als größte Spacetech-Seed-Finanzierung in Österreich, vier Monate nach dem Start des ersten kommerziellen Satelliten des Landes.

Neben dem Bau von Oasis Beta fließt das Kapital auch in mindestens drei Missionen im Jahr 2027 für die Pod-Nutzlast von Tumbleweed.

Erste Mission flog im Juli

Tumbleweeds erste Mission, Oasis Alpha, startete am 7. Juli 2026 mit SpaceX Transporter-17. Sie trug Experimente für vier Kunden, die allesamt zum ersten Mal Weltraumzugang nutzten. Die Mission war ein Jahr vor dem Start vollständig ausgebucht und wurde im Voraus bezahlt. Seither verzeichnet das Unternehmen nach eigenen Angaben eine wachsende Nachfrage von Kunden, die Mikrogravitation nutzen wollen, ohne einen eigenen Satelliten zu bauen.

Für 2027 sind drei Flüge gebucht, darunter suborbitale und orbitale Missionen. Bei mindestens einem davon will Tumbleweed zeigen, dass Nutzlasten auch spät im Startprozess integriert werden können, was der Gründer sowohl als technische als auch als verfahrenstechnische Leistung beschreibt.

Gründung und Ansatz des Unternehmens

Tumbleweed wurde 2024 gegründet und ist in Wien und Delft aktiv. Das Unternehmen entwickelt modulare Laborcontainer, sogenannte Pods, die an seiner frei fliegenden Oasis-Orbitalplattform befestigt werden. Forscher, Hersteller und F&E-Teams erhalten so Zugang zur Mikrogravitation, ohne eigene Weltrauminfrastruktur aufbauen zu müssen.

Mitgründer Rothenbuchner führt die Wurzeln des Unternehmens auf ein Schülerprojekt zurück: ein windgetriebenes Mars-Rover-Konzept, das einen Wettbewerb gewann und Fördermittel der Europäischen Weltraumorganisation sicherte. Bis 2024 war er mit dem Tempo der akademischen Forschung und den steigenden Kosten des Mars-Projekts unzufrieden und holte zwei Kollegen in das neue Vorhaben.

Eigene Wiedereintrittsfähigkeit

Rothenbuchner sagte, Tumbleweed prüfe Partnerschaften mit anderen Anbietern von Wiedereintrittsfahrzeugen, baue Oasis Beta aber parallel, um mehr von der Wertschöpfungskette selbst zu kontrollieren. Die vorzertifizierten, auf Anwendungen zugeschnittenen Pods sollen einen Großteil der Fachарbeit abnehmen, die Forschungsprojekte sonst um Jahre verlängert, etwa die Vorbereitung der Nutzlast, die Startgenehmigung und den Sicherheitsnachweis.

Offene Fragen

  • Hält Oasis Beta den geplanten Missionsbeginn 2028 ein?
  • Wie viele der drei Flüge für 2027 finden planmäßig statt?

Wichtige Fakten

  • Tumbleweed hat den Abschluss einer Seed-Finanzierungsrunde über 6,9 Mio. Euro (7,7 Mio. US-Dollar) bekanntgegeben, mit der die Entwicklung von Oasis Beta finanziert werden soll, einem Forschungsfahrzeug im Orbit, das die Erdatmosphäre wieder durchqueren kann.
  • Die Missionen mit Oasis Beta sollen 2028 beginnen.
  • Laut den Berichten ist es die größte Seed-Runde im Bereich Spacetech in Österreich.
  • Tumbleweeds erste Mission, Oasis Alpha, startete am 7. Juli 2026 mit SpaceX Transporter-17 und trug Experimente für vier Kunden.

Quellen & Belege